Integrierte Produktion
Nachhaltigkeit wird groß geschrieben
Fruchtbare Böden und ausreichend Wasser sichern ertragreiche Ernten. Aber auch Ackerflächen bedürfen einer Erholung, sonst sinken die Erträge und Pflanzenkrankheiten treten vermehrt auf. In der Vergangenheit wurde hier ausschließlich mit Kunstdünger und chemischen Pflanzenschutzmitteln gegengesteuert, um stabile Erträge zu erzielen. Das hat die Umwelt nachhaltig belastet. Das Umdenken setzte Mitte der 80er Jahre im Obst- und Gemüseanbau ein, wo man nach umweltverträglicheren Konzepten zu suchen begann. Integrierte Produktion heißt die Formel, ein landwirtschaftliches System zur Nahrungsmittelerzeugung, das ökologische Verantwortung für eine vielfältige, gesunde Umwelt mit den wirtschaftlichen Erfordernissen der Landwirtschaft verbindet. Alle verwendeten biologischen Methoden, Anbautechniken und chemischen Prozesse werden unter dem Aspekt der Schaffung eines Gleichgewichts zwischen dem Schutz der Umwelt, der Wirtschaftlichkeit und den sozialen Bedürfnissen ausgesucht. Integrierter Landbau leistet damit einen essentiellen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung
und bildet eine Art Bindeglied zwischen der konventionellen Landwirtschaft, die hauptsächlich auf Produktivität ausgerichtet ist, und der ökologischen Landwirtschaft. In Brandenburg haben sich insbesondere Gärtner sowie Obst- und Gemüsebauern dem integrierten Landbau verschrieben. Für gärtnerische Produkte gibt es eine offizielle Zertifizierung für die kontrollierte Integrierte Produktion (kIP), die auch auf den Produkten ausgewiesen ist. Neben der Erzeugung sind auch die sachgerechte Ernte, Lagerung und und Verarbeitung der Produkte zum Erhalt der äußeren und inneren Qualität wichtige Aspekte der integrierten Produktion. Darüber hinaus gibt es eine Selbsverpflichtung der Unternehmen zum Bezug fachspezifischer Informationen und zur regelmäßigen Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen und Seminaren. Die fachliche Befähigung erlaubt es den Unternehmen, schnell und kompetent auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Von besonderer Bedeutung sind dabei ökologische Maßnahmen. So wird durch den gezielten Einbau von Nisthilfen oder Wildbienenquartieren die Artenvielfalt der Kulturbestände erhöht. Machen Sie sich selbst ein Bild davon und besuchen Sie einen der zahlreichen Betriebe zur Erntesaison von Kirschen, Beeren oder Äpfeln.